3. Wie mir ein Rinderstall die Augen öffnet: Trage ich Mitschuld an ihrem Leid?

Wenn ich morgens spazieren gehe, kann ich auf dem Rückweg an einem Bullenstall vorbeigehen, oder mich für einen Umweg entscheiden. Meist nehme ich den Umweg. Ich mag den Stall nicht.

Doch an diesem Morgen zieht es mich wie magisch dorthin.

Ich bleibe vor dem großen Gebäude stehen. Es liegt etwas außerhalb unseres Dorfes neben noch kahlen Feldern.

Rinder für Leder

Die Tür steht offen und ich sehe hinein. Der Stall ist dunkel. Zu dunkel. Die Rinder glotzen mich an. Der Geruch von Ammoniak sticht mir in die Nase.

Die Bullen haben zu wenig Platz. Sie liegen und stehen in ihrem Mist. Tagein, tagaus. Sie leiden stumm. Ich ertrage es nicht.

Ich denke: ich weiß, warum ich kein Fleisch esse. Und sehe weg. Ich kann ihnen nicht in die Augen schauen, denn ich kenne ihr Schicksal und ahne ihre lieblose Vergangenheit.

Und plötzlich fällt es mir wie Schuppen von den Augen:

Ich bin das. Ich trage diese Schuld. Ich bin Teil des Systems.

Ich finanziere vielleicht euer Leid mit.

Und damit ist jetzt Schluss!

Was nun beginnt, ist ein Abenteuer.

Es ist keine fiktive Marketing-Story. Ich nehme Euch mit auf die Reise von Apfel- bis Korkleder (Spoiler – wird nix!). Wie ich mich wie David gegen Goliath fühle. Gerbereien, Lederlobby, Fleischproduzenten. Und ich.

Eine kleine Firmeninhaberin, die so ein Leder nicht mehr möchte.

Es ist ein Abenteuer, gleichermaßen für Tierfreunde, Vegetarier und Fleischesser.

Ich nehme Euch mit, denn ich merke seit Jahren an Euren Nachfragen nach alternativem Material und zum Leder: Auch Ihr seid daran interessiert, tierfreundlichere Wege zu gehen.

ÜBER UNSER LEDER

Rohware

Unser Leder stammt vorwiegend vom Süddeutschen Weiderind.

ABER: was bedeutet “vorwiegend”? Ist das nicht zu wenig?

Ich möchte ausschließen, dass Dauberg&Roth Tierhaltung mitfinanzieren könnte, die Leid für Tiere bedeutet.

Unsere deutsche Gerberei hat IVN-Zertifizierungen für mehrere Leder-Sorten. Das ist der Standard mit den höchsten Ansprüchen an textile Ökologie. Es zeigt das im Augenblick maximale realisierbare Niveau auf. Wir sind froh, mit einer Gerberei zusammen zu arbeiten, die in Sachen Bio und Ökologie vorangeht.

ABER: IVN-zertifiziertes Sattlerleder gibt es derzeit nicht.

2 Meinungen zu “3. Wie mir ein Rinderstall die Augen öffnet: Trage ich Mitschuld an ihrem Leid?

  1. Kerstin sagt:

    Ich drücke die Daumen daß der Umstieg auf die Vegane Variante gelingt, und es freut mich sehr, daß auch bei den Herstellern langsam ein Umdenken stattfindet! Ich esse ebenfalls kein Fleisch, und finde daß alle Tiere gleich viel wert sind. Danke für euren Einsatz!!!
    Bei mir ging das Umdenken allerdings so weit, daß ich auch kein Pferd mehr einsperren und reiten möchte (es hat zwar ein besseres Leben als die Kühe, aber wenn man es mal genau überdenkt, ist es auch eine Zwangshaltung, und wir bestimmen über das Leben eines anderen Lebewesens, und benutzen dessen Körper) Ich weiss, so eine Denkweise verstehen die meisten (noch) nicht, ich habe für mich allerdings nach 20 Jahren Pferdehaltung beschlossen, kein Pferd mehr zu besitzen…

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